Wir sind weiterhin für Sie da

Liebe Patienten, Angehörige und Zuweiser,

die Entwicklung der Corona-Pandemie sorgt weltweit für Verunsicherung, Sorgen und Ängste.

Wir sind weiterhin wie gewohnt für Sie da und stehen für eine medizinische Erstberatung sowohl per Telefon, als auch per E-Mail zur Verfügung.

Bei Fragen und Sorgen können Sie uns jederzeit anrufen.

Ihr Team der Blomenburg

Mehr erfahren
Portraitfoto von Frau Dr. Stephanie Grabhorn: Chefärztin der Blomenburg Privatklinik

Bipolare Störung

Betroffene einer Bipolaren Störung durchleben ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle. Die von abwechselnden Hoch- und Tiefphasen geprägte psychische Erkrankung wird häufig erst spät diagnostiziert und behandelt, da sie nicht selten mit einer Depression oder Schizophrenie verwechselt wird.

Zwischen Euphorie und Traurigkeit

Die bipolare affektive Störung ist während der Hochphasen, auch Hypomanie/Manie genannt, durch einen ausgeprägten Tatendrang und Ideenreichtum gekennzeichnet. Betroffene fühlen sich unaufhaltsam und strotzen vor Energie, wohingegen sie während der Tiefphase (Depression) in grenzenlose Traurigkeit und Antriebslosigkeit verfallen. In welchen zeitlichen Abständen die Phasen verlaufen, ist ganz unterschiedlich. Auch symptomfreie (eutyhme) und durchmischte Episoden können, wenn auch eher kurz, auftreten.

Symptome & Ursachen

Symptome

Während die unipolare Depression lediglich durch die Tiefphase mit Energielosigkeit und Traurigkeit beherrscht ist, durchlaufen Betroffene der Bipolaren Störung verschiedene Hoch- und Tiefphasen, in denen die Stimmung schwankt und sich stark verändert.

Die Hypomanie/Manie (Hochphase) ist durch folgende Symptomatik gekennzeichnet:

  • Energie & erhöhte Betriebsamkeit
  • Viele Ideen mit gesteigertem Tatendrang
  • Erhöhter Redefluss
  • Geringes Schlafbedürfnis
  • Grenzenloses Selbstwertgefühl & überreizte Stimmung
  • Geringe Aufmerksamkeitsspanne
  • Rücksichtsloses Handeln ist ggf. mit negativen Konsequenzen verbunden

Auf diese Hochphase folgt jedoch unweigerlich nach einer gewissen Zeit die Tiefphase, in der die Gefühle in das absolute Gegenteil umschlagen und Betroffene neben tiefer Traurigkeit von folgenden Gefühlen geplagt sind:

  • Energielosigkeit & Müdigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Konzentrationsproblemen
  • Körperliche Beschwerden & Gewichtsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Suizidgedanken

Ursachen

Die Ursachen für eine Bipolare Störung können unterschiedlicher Natur sein und sind auch heute noch, bis auf ein gegebenes genetisches Risiko, relativ unbekannt.

Genetische Ursachen: Ist ein Elternteil an der Bipolaren Störung erkrankt, steigt das Risiko, dass Kinder ebenfalls erkranken. Leiden beide Elternteile unter der Bipolare Störung, liegt das Risiko für das Kind sogar bei bis zu 50%.

Somatische & psychosoziale Faktoren: Im Verlaufe der Erkrankung können Belastungsfaktoren eine erneute depressive Episode begünstigen. Häufig sind bei erstmaligem Auftreten der Erkrankung jedoch keine nennenswerten Stressoren erkennbar. Hormonelle Schwankungen, körperliche Erkrankungen und ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn können das Erkrankungsrisiko für eine Bipolare Störung jedoch ebenfalls erhöhen.

Medikamentenkonsum: Die Einnahme bestimmter Medikamente oder ein erhöhter Drogenmissbrauch können Auslöser für eine Bipolare Störung sein.

Formen

Nach ICD-10 können verschiedene Formen der Bipolaren Störung vorliegen.

  • Bipolar-I-Störung: Depressive und manische/hypomanische Phasen wechseln sich ab. Weitere Unterformen, die die verschiedenen Episoden beschreiben, bestehen ebenso.
  • Bipolar-II-Störung: Die manische Phase ist weniger ausgeprägt, wodurch meist auch noch die Arbeitsfähigkeit gegeben ist.
  • Anhaltende affektive Störungen: Die Zyklothymia ist ebenso durch ein wechselndes Stimmungsbild geprägt, jedoch meist nicht ausreichend schwer, um die Kriterien für eine Bipolare Störung vollständig zu erfüllen. Einige Betroffene entwickeln im Verlauf der Zyklothymia eine Bipolare Störung.

Mehr Information

Lassen Sie sich durch unser Expertenteam unverbindlich beraten!

Diagnostik der Bipolaren Störung

Oft dauert es mehrere Jahre bis eine Bipolare Störung zuverlässig diagnostiziert wird. Zu groß ist die Verwechslungsgefahr mit einer unipolaren Depression sowie Schizophrenien. Häufig tritt zuerst eine depressive Phase auf, weshalb erst im weiteren Verlauf eine manische Phase erkannt werden kann. Ist die Manie/Hypomanie nicht besonders stark ausgeprägt, kann die Hochphase vom Umfeld zudem schnell als eine "Laune" abgetan werden. Die meist geringe Krankheitseinsicht Betroffener erschwert die Diagnose zusätzlich.

Unser Behandlungsansatz

Akute Behandlung

In erster Instanz werden Betroffene in akuten Phasen stabilisiert und die Symptomatik kontrolliert. Ziel ist es, den Betroffenen für die eigene Erkrankung zu sensibilisieren und das eigene Bewusstsein für die aktuell vorherrschende Symptomatik zu schaffen. Bei Bedarf findet die medikamentöse Therapie beispielsweise in Form von Stimmungsstabilisierern ersten Anklang, um den Leidensdruck abzumildern.

Ganzheitliche Erhaltungstherapie

Im Anschluss folgt die Erhaltungstherapie, bei der die Symptomverbesserung mit der optimalen Medikationseinstellung beibehalten werden soll. In intensiver Psychotherapie begleiten wir den Betroffenen zudem bereits auf dem Weg, sich anbahnende Hoch- oder Tiefphasen frühzeitig zu erkennen und selbstständig gegenzusteuern. Die Umgebung unserer Klinik eliminiert zudem externe Reize, und verhindert so die Verstärkung einer manischen Phase. Wir setzen weitere unterstützende therapeutische Maßnahmen ein, um Betroffene im ganzheitlichen Rahmen zu behandeln.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung dient als Prophelaxe, um den Betroffenen, wenn notwendig, langfristig wieder in das Berufsleben einzugliedern und das Verständnis für die eigene Erkrankung weiterhin zu verfestigen. Häufig werden der Familien- und Freundeskreis in die Rückfallprophelaxe einbezogen, damit eine erneute insbesondere manische Phase frühzeitig erkannt werden kann.

Frühzeitiger Therapiebeginn

Sollten Sie bei sich oder bei einer Person in Ihrem Umfeld erste Anzeichen einer Bipolaren Störung erkennen, sollten Sie frühzeitig den Kontakt zu Ihrem Haus- oder einem Facharzt aufnehmen, um eine rechtzeitige Diagnose zu ermöglichen. Eine sorgfältige und gründliche Anamnese unter Einbezug sämtlicher Faktoren ist essenziell, um die Bipolare Störung zuverlässig zu diagnostizieren. Langzeitfolgen wie beispielsweise

  • Alkohol- oder Drogenmissbrauch,
  • eine falsche (Selbst-) Medikation,
  • Suizidversuche
  • und das Auftreten von Konflikten im Arbeits- und Privatleben

können bei einer frühzeitigen Therapie gemindert werden. Zögern Sie deshalb nicht, und vertrauen Sie sich einer nahestehenden Person an, um schnelle und kompetente Hilfe in Anspruch nehmen zu können! Gern beraten wir Sie unverbindlich und diskret.