Bestimmt haben Sie schonmal etwas von der „inneren Uhr“ gehört. Ohne unsere bewusste Einflussnahme, gibt sie den Takt für verschiedene körperliche Prozesse an und so auch für den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Ist die innere Uhr (oder auch „zirkadiane Rhythmus“) in einem Gleichgewicht, kann unser Körper optimal funktionieren. Hunger, Sättigung, Verdauung, Herzschlag, Schlaf und Co. – alles wird geregelt und wir fühlen uns wohl. Menschen mit Depressionen haben häufig mit Schlafstörungen zu kämpfen.
Dass die Symptome einer Depression morgens schlimmer ausgeprägt sind, liegt häufig an einer Störung dieses circadianen Rhythmus (der inneren Uhr). Bei einer Depression ist oft der Cortisolspiegel verändert: Während gesunde Menschen morgens einen natürlichen Cortisol-Schub erhalten, um wach zu werden, gerät dieser Rhythmus bei Depressiven aus dem Gleichgewicht.
Wenn Patient:innen berichten, sie seien morgens depressiv und abends fast normal, liegt das daran, dass der Körper im Laufe des Tages mühsam ein biologisches Gleichgewicht erkämpft. Die abendliche Ruhe und das Nachlassen des Leistungsdrucks von außen unterstützen diesen Effekt zusätzlich. Dennoch ist dieses „Abendhoch“ trügerisch, da es oft mit der Sorge vor dem nächsten Morgen einhergeht.