
Psychosomatik/Psychiatrie
Blomenburg Privatklinik Selent
Burgstraße 1
24238 Selent
+49 4384 3370 114

Lebensbedrohliche Erfahrungen können tiefe Spuren hinterlassen. Viele Betroffene leiden unter wiederkehrenden Erinnerungen, Albträumen, starker innerer Anspannung oder dem Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen. Andere erleben emotionale Taubheit, Rückzug oder Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen. Bei einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) kommen häufig Probleme in der Emotionsregulation, im Selbstwertgefühl und in zwischenmenschlichen Beziehungen hinzu.
Fakt ist, dass Sie den Folgen traumatischer Erfahrungen nicht ausgeliefert sind. Traumafolgestörungen können mit professioneller Unterstützung wirksam behandelt werden. Wir beraten Sie in unseren Privatkliniken gerne individuell.
Im geschützten Umfeld unserer Kliniken können wir uns gemeinsam den Folgen traumatischer Erfahrungen widmen und neue Wege zu Stabilität, Sicherheit und Lebensqualität entwickeln. Da Traumafolgestörungen sehr unterschiedlich verlaufen und individuelle Belastungen im Vordergrund stehen, hat die engmaschige und individuell abgestimmte Behandlung für uns den größten Stellenwert.
Der auf Sie zugeschnittene Therapieplan wird aus unseren vielfältigen therapeutischen Maßnahmen optimal zusammengestellt und miteinander verzahnt. Intensive Einzelpsychotherapie, Gruppenangebote, körperorientierte Verfahren und adjuvante Therapien kombiniert mit einer leitliniengerechten medikamentösen Therapie ergänzen sich zu einem ganzheitlichen Behandlungskonzept.
Psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen werden gemeinsam mit der Traumafolgestörung behandelt, da sich diese häufig gegenseitig beeinflussen und aufrechterhalten.
Die Einzelpsychotherapie bildet das Herzstück unserer Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und komplexen Posttraumatischen Belastungsstörungen (kPTBS).
Traumatische Erfahrungen wirken sich bei jedem Menschen unterschiedlich aus. Deshalb stehen eine sorgfältige Diagnostik, eine individuelle Therapieplanung und eine vertrauensvolle therapeutische Begleitung im Mittelpunkt unserer Behandlung.
Unsere Therapeut:innen verfügen über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Traumafolgestörungen sowie über verschiedene traumatherapeutische Zusatzqualifikationen. Dazu gehören unter anderem:
Alle genannten Methoden sind wissenschaftlich anerkannt und basieren auf einer traumafokussierten Bearbeitung belastender Erinnerungen (Expositionstherapie).
Ziele der Behandlung sind:
Für den Behandlungserfolg ist nicht die Wahl eines einzelnen Verfahrens entscheidend. Im Vordergrund steht die Entwicklung eines tragfähigen therapeutischen Prozesses, der zu den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der Patient:innen passt.
Die verschiedenen traumatherapeutischen Methoden bieten unterschiedliche Wege, um traumatische Erinnerungen zu verarbeiten, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln und eine langfristige Stabilisierung zu erreichen.
Ein wichtiger erster Schritt der Traumatherapie ist der Aufbau von Sicherheit und Stabilität.
Gemeinsam mit den Therapeut:innen werden:
Auf dieser Grundlage kann, sofern die Voraussetzungen gegeben sind, eine gezielte traumafokussierte Therapie (Expositionstherapie) erfolgen.
Unsere Behandlung orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie an den Empfehlungen nationaler und internationaler Behandlungsleitlinien für die Behandlung von Traumafolgestörungen.
Traumatherapie besteht nicht nur aus therapeutischen Gesprächen und Bewältigungsstrategien. Auch ergänzende Fachtherapien können wesentlich dazu beitragen, Stabilität, Lebensqualität und den Umgang mit belastenden Gefühlen wiederzugewinnen.
Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich wieder sicherer zu fühlen, eigene Ressourcen zu stärken und einen besseren Zugang zu sich selbst zu finden.
Körperorientierte Verfahren wie die Sport- und Bewegungstherapie helfen dabei:
Viele Patient:innen machen dabei die Erfahrung, dass körperliche Aktivität wieder mit Sicherheit, Kontrolle und positiven Gefühlen verbunden sein kann.
Angebote wie Kunst-, Ergo- oder Theatertherapie ermöglichen neue Ausdrucksformen für Gefühle und Erfahrungen, die sich häufig nur schwer in Worte fassen lassen. Gleichzeitig fördern sie Kreativität, Selbstfürsorge und die Wahrnehmung eigener Ressourcen.
Achtsamkeitsbasierte Verfahren unterstützen dabei, den Kontakt zum gegenwärtigen Moment zu stärken und belastende Gedanken oder Erinnerungen mit mehr innerer Distanz wahrzunehmen. Entspannungsverfahren helfen, das häufig überaktivierte Stresssystem zu beruhigen und einen besseren Zugang zu innerer Ruhe und Regeneration zu finden.
Biologische Behandlungsverfahren können die Psychotherapie sinnvoll ergänzen, insbesondere wenn Traumafolgestörungen mit ausgeprägten Symptomen wie Schlafstörungen, anhaltender Anspannung, Depressionen oder Angsterkrankungen einhergehen.
Nach sorgfältiger diagnostischer Prüfung kann eine individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung dazu beitragen, belastende Symptome zu lindern und die Voraussetzungen für die psychotherapeutische Arbeit zu verbessern. Die Auswahl und Begleitung erfolgen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und werden regelmäßig überprüft.
Alle Therapieangebote werden im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts individuell aufeinander abgestimmt und eng miteinander verzahnt.
Dadurch entsteht eine Behandlung, die Stabilisierung fördert, die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen unterstützt, persönliche Ressourcen stärkt, und den Weg zurück zu mehr Lebensqualität begleitet.
So entsteht ein umfassendes Behandlungskonzept, welches sowohl die Stabilisierung als auch die nachhaltige Verarbeitung traumatischer Erfahrungen unterstützt und die Rückkehr zu mehr Lebensqualität ermöglicht.
Die traumaspezifische Gruppentherapie ist neben der Einzelpsychotherapie ein wichtiger Bestandteil unserer Behandlung von Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und Komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung (kPTBS).
Viele Betroffene erleben Symptome wie Flashbacks, Albträume, starke Anspannung oder dissoziative Zustände zunächst als schwer verständlich und belastend. Die Gruppentherapie unterstützt dabei, die Erkrankung und ihre Hintergründe besser zu verstehen sowie erste Schritte zur Stabilisierung und Selbstregulation zu erlernen.
Im Rahmen von sechs aufeinander aufbauenden Modulen vermitteln wir grundlegendes Wissen über Traumafolgestörungen. Dazu gehören unter anderem:
Ein wichtiger Schwerpunkt der Gruppe liegt auf dem Verständnis traumatischer Erinnerungsprozesse. Viele Betroffene fragen sich, weshalb Flashbacks, Erinnerungslücken, intensive Anspannungszustände, Dissoziation oder plötzliche Wutreaktionen auftreten.
Anhand neurobiologischer Modelle erklären wir, wie das Nervensystem nach lebensbedrohlichen Erfahrungen reagiert und welche Rolle die sogenannte Traumakaskade dabei spielt.
Aufbauend auf diesem Verständnis beschäftigen wir uns mit Triggern und traumabezogenen Reaktionen.
Die Patient:innen lernen:
Ein weiterer Bestandteil der Gruppentherapie ist die Auseinandersetzung mit Vermeidungsverhalten.
Viele Symptome bleiben langfristig bestehen, weil belastende Erinnerungen, Gefühle oder Situationen vermieden werden. In der Gruppe vermitteln wir deshalb die Grundlagen traumafokussierter Psychotherapie und erläutern, warum Traumafolgestörungen häufig nicht von allein abklingen.
Nicht jede traumafokussierte Behandlung sollte sofort beginnen. Deswegen beschäftigen wir uns mit der Frage, wann der richtige Zeitpunkt für eine Traumabearbeitung gekommen ist. Dabei thematisieren wir die Bedeutung von äußerer und innerer Sicherheit sowie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche traumafokussierte Behandlung.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Aktivierung persönlicher Ressourcen.
Gemeinsam erarbeiten wir:
Ziel ist es, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und vorhandene Ressourcen für den weiteren Therapieverlauf nutzbar zu machen.
Begleitend werden in allen Modulen praktische Stabilisierungstechniken vermittelt und eingeübt. Dazu gehören insbesondere Grounding-Techniken zur Orientierung im Hier und Jetzt sowie imaginative Verfahren, die helfen können, Sicherheit, Selbstwirksamkeit und emotionale Stabilität zu fördern.
Ergänzend zur traumaspezifischen Gruppentherapie nehmen unsere Patient:innen an einer störungsspezifischen Körperskills- und Stabilisierungsgruppe teil. Die Gruppe findet einmal wöchentlich für 50 Minuten statt und richtet sich speziell an Menschen mit Traumafolgestörungen.
Ziel der Gruppe ist es, einen achtsamen und sicheren Umgang mit hoher innerer Anspannung, starken Emotionen, dissoziativen Zuständen und traumabezogenen Belastungen zu entwickeln.
Traumatische Erfahrungen wirken sich häufig auch auf die Körperwahrnehmung aus. Viele Betroffene erleben ihren Körper entweder als dauerhaft angespannt oder nur eingeschränkt spürbar.
In der Körperskills-Gruppe stehen deshalb körperorientierte Übungen im Mittelpunkt. Sie helfen dabei,
Viele Betroffene erleben ihren Körper nach traumatischen Erfahrungen entweder als dauerhaft angespannt oder nur eingeschränkt wahrnehmbar. Die Gruppe fördert deshalb eine schrittweise Wiederannäherung an körperliche Empfindungen in einem geschützten therapeutischen Rahmen.
Ergänzend vermitteln wir Fertigkeiten aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), insbesondere aus den Bereichen Emotionsregulation und Stresstoleranz.
Die Patient:innen lernen Strategien kennen, um:
Durch regelmäßiges Üben sollen die erlernten Fertigkeiten zunehmend in den Alltag integriert werden. Ziel ist es, die Fähigkeit zur Selbstregulation nachhaltig zu stärken und den Patient:innen mehr Sicherheit und Stabilität im Umgang mit traumabezogenen Belastungen zu vermitteln.
Die diagnostische und differentialdiagnostische Abklärung von Traumafolgestörungen erfordert besondere Sorgfalt. Viele Beschwerden einer PTBS oder komplexen PTBS können auch bei anderen psychischen Erkrankungen auftreten oder gemeinsam mit diesen bestehen.
Eine fundierte Diagnostik hilft dabei,
Eine sorgfältige Diagnostik bildet die Grundlage für eine zielgerichtete und wirksame Behandlung von Traumafolgestörungen.
Da sich traumatische Erfahrungen und deren Folgen von Mensch zu Mensch unterscheiden, steht am Anfang jeder Behandlung die genaue Betrachtung der individuellen Lebensgeschichte, Symptome und Belastungen. Auf dieser Grundlage kann ein Behandlungskonzept entwickelt werden, das auf die persönlichen Bedürfnisse und Ziele der Betroffenen abgestimmt ist.
Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann entstehen, wenn Menschen Situationen erleben oder beobachten, die mit extremer Bedrohung, Gewalt, schwerer Verletzung oder Todesangst verbunden sind.
Mögliche Auslöser sind beispielsweise:
Die klassische PTBS entwickelt sich häufig nach einem einzelnen traumatischen Ereignis.
Die komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) entsteht dagegen meist nach wiederholten oder langandauernden traumatischen Erfahrungen. Oft liegen diese Belastungen in der Kindheit oder Jugend. Besonders häufig handelt es sich um zwischenmenschliche Traumatisierungen, denen Betroffene über einen längeren Zeitraum ausgesetzt waren und denen sie sich nicht entziehen konnten.
Während die PTBS häufig auf ein einzelnes Trauma zurückgeht, ist die komplexe PTBS meist die Folge von wiederholten oder langanhaltenden traumatischen Erfahrungen. (Zitat Tillmann Weber)
Zu den Kernsymptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung gehören:
Bei der komplexen PTBS treten darüber hinaus häufig Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, ein negatives Selbstbild und Belastungen in zwischenmenschlichen Beziehungen auf.
Traumafolgestörungen entstehen nach außergewöhnlich belastenden oder bedrohlichen Erfahrungen, die die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten eines Menschen übersteigen.
Wichtig ist, dass eine Traumafolgestörung keine persönliche Schwäche ist. Sie ist eine nachvollziehbare Reaktion von Gehirn und Nervensystem auf extreme Belastungen.
Diese Anpassungsreaktionen helfen in einer akuten Gefahrensituation zunächst dabei, zu überleben. Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) können sie jedoch dazu führen, dass belastende Erinnerungen, Gefühle und körperliche Reaktionen langfristig bestehen bleiben und das traumatische Erleben immer wieder aktiviert wird.
Nicht jede Person entwickelt nach einem traumatischen Ereignis eine Traumafolgestörung. Ob sich eine PTBS entwickelt, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören:
Das Zusammenspiel dieser Faktoren beeinflusst, wie das Erlebte verarbeitet werden kann und ob traumabezogene Symptome bestehen bleiben.
Eine Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) entwickelt sich besonders häufig nach wiederholten oder langandauernden traumatischen Erfahrungen.
Dies betrifft vor allem Belastungen in wichtigen Bindungs- und Beziehungskontexten, beispielsweise wenn Betroffene über längere Zeiträume Erfahrungen von Bedrohung, Gewalt, Vernachlässigung oder Kontrollverlust ausgesetzt waren.
Solche Belastungen können die Entwicklung von Selbstbild, Emotionsregulation und zwischenmenschlichem Vertrauen nachhaltig beeinflussen.
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und Komplexe Posttraumatische Belastungsstörungen (kPTBS) können nahezu alle Lebensbereiche beeinflussen. Die Auswirkungen reichen oft weit über die traumatischen Erinnerungen selbst hinaus und betreffen das berufliche, soziale und persönliche Leben.
Häufige Folgen sind:
Besonders belastend ist häufig das Gefühl, die Kontrolle über die eigenen Gedanken, Gefühle oder Körperreaktionen verloren zu haben. Dies kann zu Scham, Selbstzweifeln und einem verminderten Selbstwertgefühl führen.
Traumafolgestörungen treten häufig nicht allein auf. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter weiteren psychischen oder körperlichen Beschwerden.
Dazu gehören unter anderem:
Diese Begleiterkrankungen können die Belastung zusätzlich verstärken und den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Bei einer Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) stehen häufig nicht nur die klassischen Traumasymptome im Vordergrund.
Typisch sind zudem:
Viele Betroffene berichten außerdem über ein dauerhaftes Gefühl von Unsicherheit oder Misstrauen gegenüber sich selbst und anderen Menschen.
Traumatische Erfahrungen können die Wahrnehmung der eigenen Person und die Fähigkeit, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen, nachhaltig beeinflussen.
Die Aufnahme in unsere Akutklinik erfolgt in der Regel auf Empfehlung oder Einweisung durch behandelnde Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen oder Fachärzt:innen.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine stationäre Behandlung für Sie infrage kommt, können Sie sich jederzeit an unser Patientenmanagement wenden. Wir informieren Sie gerne über die Voraussetzungen, den Aufnahmeprozess und die erforderlichen Unterlagen.
Gemeinsam prüfen wir, ob eine Behandlung in unserer Akutklinik die passende Unterstützung für Ihre aktuelle Situation sein kann.
Wenn Sie sich für eine Behandlung in unserer Tagesklinik oder Ambulanz interessieren, können Sie sich direkt bei unserem Patientenmanagement melden. In einem ersten Gespräch besprechen wir Ihre aktuelle Situation, Ihre Beschwerden und Ihre Behandlungswünsche. Gemeinsam klären wir, welches Angebot am besten zu Ihnen passt und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
Unser Patientenmanagement beantwortet Ihnen außerdem Fragen zu Terminen, Kosten und den jeweiligen Behandlungsangeboten.
Als Privatkliniken behandeln wir Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahlende. Ob und in welchem Umfang die Kosten übernommen werden, hängt vom individuellen Versicherungstarif ab. Wir empfehlen, die Kostenübernahme vor Behandlungsbeginn direkt mit Ihrer Krankenversicherung zu klären.
Gerne unterstützt Sie unser Patientenmanagement bei Fragen zu Kosten, erforderlichen Unterlagen und dem weiteren Ablauf.
Eine Traumafolgestörung kann entstehen, wenn Menschen ein außergewöhnlich belastendes Erlebnis erfahren oder beobachten mussten und dieses nicht ausreichend verarbeitet werden konnte. Dazu gehören beispielsweise Gewalterfahrungen, schwere Unfälle, Kriegserfahrungen oder Naturkatastrophen.
Traumafolgestörungen sind keine Schwäche, sondern eine nachvollziehbare Reaktion von Gehirn und Nervensystem auf extreme Belastungen.
Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entsteht häufig nach einem einzelnen traumatischen Ereignis.
Eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) entwickelt sich meist nach wiederholten oder langandauernden traumatischen Erfahrungen, häufig in der Kindheit oder Jugend. Besonders oft stehen dabei zwischenmenschliche Traumatisierungen im Vordergrund, denen Betroffene über längere Zeit ausgesetzt waren und denen sie sich nicht entziehen konnten.
Typische Symptome einer PTBS sind:
Viele Betroffene haben zudem das Gefühl, ständig wachsam sein zu müssen oder nicht mehr richtig zur Ruhe zu kommen.
Bei einer komplexen PTBS kommen häufig weitere Beschwerden hinzu:
Ja. In manchen Fällen treten die Beschwerden unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis auf. Es kann jedoch auch vorkommen, dass Symptome erst Monate oder sogar Jahre später deutlich werden.
Nicht immer. Während sich manche Menschen nach belastenden Erfahrungen mit Unterstützung ihres Umfelds stabilisieren, bleiben Traumafolgestörungen bei anderen über längere Zeit bestehen.
Vermeidungsverhalten kann kurzfristig entlasten, langfristig jedoch dazu beitragen, dass die Beschwerden aufrechterhalten werden. Eine professionelle Behandlung kann helfen, die Ursachen der Symptome zu verstehen und zu verarbeiten.
Die Diagnostik erfolgt durch erfahrene Fachärzt:innen oder Psychotherapeut:innen.
Dabei werden:
Eine sorgfältige Diagnostik ist wichtig, da sich Symptome von Traumafolgestörungen mit anderen psychischen Erkrankungen überschneiden können.
Die Behandlung erfolgt individuell und orientiert sich an den jeweiligen Belastungen und Bedürfnissen.
Mögliche Bestandteile sind:
Ziel der Behandlung ist es, Sicherheit und Stabilität aufzubauen, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Bei einer traumafokussierten Therapie werden belastende Erinnerungen gezielt und wissenschaftlich fundiert bearbeitet. Dazu kommen unter anderem Verfahren wie:
Ziel ist es, die emotionale Belastung durch traumatische Erinnerungen zu reduzieren und deren Einfluss auf das heutige Leben zu verringern.
Nein. Ein wichtiger erster Schritt besteht häufig darin, Sicherheit und Stabilität aufzubauen.
Gemeinsam mit den Therapeut:innen werden zunächst persönliche Ressourcen gestärkt, Strategien zur Emotionsregulation erlernt und hilfreiche Techniken für den Umgang mit Anspannung, Flashbacks oder Dissoziation entwickelt.
Erst wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, erfolgt eine gezielte Traumabearbeitung.
Ja. Traumafolgestörungen gehen häufig mit weiteren psychischen Belastungen einher, beispielsweise:
Diese werden im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts mit berücksichtigt und gegebenenfalls mitbehandelt.
Ja. Traumafolgestörungen gelten als gut behandelbar. Viele Betroffene lernen im Verlauf der Therapie, Symptome besser zu verstehen, Belastungen zu bewältigen und traumatische Erfahrungen in ihre Lebensgeschichte zu integrieren.
Ziel ist nicht, das Erlebte ungeschehen zu machen, sondern wieder mehr Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität zu gewinnen.
Die Dauer der Behandlung hängt von der Art und Ausprägung der Beschwerden sowie Ihren individuellen Zielen ab. Während manche Menschen bereits nach einigen Wochen deutliche Fortschritte erleben, benötigen komplexere Traumafolgestörungen häufig eine längerfristige Behandlung.
Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan und überprüfen den Therapieverlauf regelmäßig.
Welche Behandlungsform am besten geeignet ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation, Ihren Symptomen und Ihrem Unterstützungsbedarf ab. Im Rahmen einer fachlichen Erstberatung prüfen wir gemeinsam, ob eine stationäre Behandlung, eine tagesklinische Therapie oder eine ambulante Begleitung sinnvoll ist.
Ziel ist es, die für Sie passende Behandlungsform zu finden.