
Psychosomatik/Psychiatrie
Blomenburg Privatklinik Selent
Burgstraße 1
24238 Selent
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Summertime-Sadness

Sommer, Sonne, Spaß – für viele Menschen ist der Sommer die Jahreszeit, die gute Gefühle weckt. Die Meisten verabreden sich mit Freunden, gehen in die Natur und sind unternehmungslustig. Doch es gibt es auch Menschen, für die der Sommer immer wieder zur seelischen Qual wird. Sie fühlen sich freudlos, hoffnungslos, antriebslos, gereizt und isoliert. Das Gefühl, dass andere den Sommer genießen können und man selbst keine Freude empfinden kann, verstärkt die negativen Gefühle noch.
Hier kann es sich um eine Sommerdepression handelt. Eigentlich verbindet man eine Depression eher mit der dunklen Jahreszeit. Aber es gibt viele Menschen, die eher im Frühling bzw. Sommer mit einer depressiven Episode reagieren.
Eine Sommerdepression ist eine Form der saisonal abhängigen Depression (SAD), die vor allem in den warmen Monaten auftritt. Typische Symptome sind Schlafstörungen, innere Unruhe, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit und depressive Verstimmungen. Obwohl viele Menschen den Sommer als die schönste Zeit des Jahres erleben, kann er für Betroffene zur psychischen Belastung werden.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
Menschen mit einer depressiven Vorerkrankung oder erhöhter psychischer Belastung können besonders empfindlich auf Veränderungen während der Sommermonate reagieren.
Typische Anzeichen einer Sommerdepression können sein:
Während Menschen mit Winterdepression häufig mehr schlafen und verstärkt Appetit auf süße oder kohlenhydratreiche Lebensmittel haben, leiden Betroffene einer Sommerdepression häufiger unter:
Grundsätzlich kann jeder Mensch eine Sommerdepression entwickeln.
Häufig berichten Betroffene von:
Viele erleben zusätzlich das belastende Gefühl, dass alle anderen den Sommer genießen, während sie selbst leiden.
Wenn Beschwerden:
sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden.
Bei Suizidgedanken oder starker Hoffnungslosigkeit sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.
Die Psychotherapie gilt als zentrale Behandlungsform.
Besonders hilfreich kann die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) sein. Dabei werden belastende Gedankenmuster erkannt und neue Strategien zum Umgang mit Belastungen entwickelt.
Bei schweren Verläufen können Antidepressiva sinnvoll sein.
Ob eine medikamentöse Therapie infrage kommt, entscheidet immer ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Hilfreich können außerdem sein:
Viele Betroffene profitieren von:
Die Sommerdepression wird leider noch zu wenig beachtete. Betroffenen sind meist Menschen, die sensibel auf äußere Reize wie Hitze, Licht oder sozialen Druck reagieren. Die Symptome sind belastend, aber mithilfe eines wohlwollenden Umfelds und eventuell therapeutischer Unterstützung gut behandelbar.
Gleichzeitig ist der Sommer in unserer Gesellschaft so positiv konnotiert, dass Menschen, die unter dem Sommer leiden, oft nicht ernst genommen werden. Deshalb fällt es vielen Betroffenen schwer, über ihre Gefühle zu sprechen. Sie erleben oft Zurückweisung mit Aussagen, wie: "Da kann man doch gar nicht traurig sein" oder "Reiß dich einfach zusammen."
So ein Umgang mit der Sommerdepression ist nicht hilfreich und verstärkt das Problem eher. Ein offener und wohlwollender Umgang, sowie Verständnis für die Gefühle der Betroffenen ist deshalb wichtig.

Ob etwas Kreatives oder Sportliches, vielleicht können Sie auch eine vernachlässigte Aktivität wieder aufleben lassen: Suchen Sie sich eine Beschäftigung! Dabei geht es nicht darum, etwas Bestimmtes zu erreichen. Vielmehr sollte die Tätigkeit an sich Freude bereiten und Ihnen eine gewisse Selbstwirksamkeit vermitteln.
Wenn Sie Angst davor haben, direkt auf Menschen zuzugehen oder sich einer Gruppe anzuschließen, genügt es für den Anfang vielleicht schon, sich einfach in die Nähe von anderen Menschen zu begeben. Setzen Sie sich zum Beispiel in den Park oder ein Café, um eine Umgebung zu schaffen, in der andere Menschen sind, Sie aber nicht vollkommen überflutet werden. Wer weiß, möglicherweise ergibt sich ja ein nettes Gespräch.
Hier könnten die Vorteile sozialer Medien genutzt werden. Zum einen finden sich eine Reihe an Informationen über Freizeitangebote in Ihrer Nähe (Chor, Sport, etwas Künstlerisches, Selbsthilfegruppen etc.), zum anderen können Sie mit anderen Menschen in Kontakt treten, die sich vielleicht in einer ähnlichen Lage befinden. Das Gefühl, mit seiner seelischen Krise nicht alleine zu sein und über seine Empfindungen zu sprechen, kann der erste Schritt in die richtige Richtung sein.
Achtung: Verlagern sich alle Kontakte zur Außenwelt nur noch auf das Internet, kann das die Einsamkeitsgefühle verstärken. Zur Orientierung und das erste Kennenlernen bieten Netzwerke eine prima Gelegenheit, die echte, physische Anwesenheit anderer Menschen kann damit jedoch niemals ersetzt werden!
Vermutlich kennen mehr Menschen das Gefühl von Einsamkeit auch in Verbindung mit einer Depression als Sie glauben. Umso wichtiger ist es, dass Sie auf sich achten und rechtzeitig aktiv werden. Gerade während der Corona-Pandemie kann es eine große Erleichterung sein, seine Gedanken und Gefühle der psychischen Belastung mit anderen Menschen zu teilen.

Wenn depressive Beschwerden die Lebensqualität stark beeinträchtigen, kann eine professionelle Behandlung sinnvoll sein.
In den Blomenburg Privatkliniken bieten wir:
Gemeinsam entwickeln wir einen Behandlungsplan, der auf Ihre persönliche Situation abgestimmt ist.
Eine Sommerdepression ist eine Form der saisonalen Depression, die vor allem in den warmen Monaten auftritt.
Die Dauer kann individuell unterschiedlich sein. Häufig beginnen die Beschwerden im Frühjahr oder Sommer und bessern sich mit dem Wechsel der Jahreszeit.
Ja. Die Sommerdepression zählt zu den saisonal abhängigen depressiven Störungen und sollte ernst genommen werden.
Leichte Beschwerden können sich bessern. Halten die Symptome an oder verschlechtern sich, sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden.
Psychotherapie gilt als eine der wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten. Bei schweren Verläufen können zusätzlich Medikamente eingesetzt werden.